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Viel Abwechslung auf Virgin Island

 BRITISH VIRGIN ISLANDS. Klein, fein, abwechslungsreich – das Karibik-Archipel ist ein Traumrevier für Segler, Taucher und Schnorchler. Und für alle, die mit Massentourismus nichts am Hut haben. Im Rahmen der Partnerregion Karibik stehen die Britischen Jungferninseln auf der CMT 2010 in Stuttgart ganz besonders im Fokus.

An wen (oder was) mag Christoph Kolumbus wohl gedacht haben, als er 1493 einer bis dahin unbekannten Insel den Namen Virgin Gorda – Fette Jungfrau – verpasste? Kommt man von Seeseite, sieht man üppige Rundungen, bei denen es sich – Phantasie vorausgesetzt – durchaus um eine weibliche Silhouette handeln könnte. Eine andere, eine harmlosere, Version ist indessen, dass der Seefahrer das Eiland, das heute zu den Britischen Jungferninseln gehört, nach der heiligen Ursula benannt hat, die wiederum 11.000 Jungfrauen um sich geschart haben soll.
Auf der Fetten Jungfrau hat Lili Charles (44) seit 15 Jahren seinen luftigen Verkaufsstand für Handtücher, T-Shirts und Schmuck am Strand von The Baths, einem der spektakulärsten Badeabschnitte in der gesamten Karibik. Wie gigantische Murmeln liegen dicke Steinbrocken im Meer – der Weg zu den einzelnen Badebuchten führt zum Teil durch ein wahres Murmellabyrinth. Dass man auf dem Weg durchs knietiefe Wasser stapfen muss, stört überhaupt nicht, denn es ist das ganze Jahr über mindestens 25 Grad warm. Vor dieser Bilderbuch-Kulisse, wo übrigens auch schon Heidi Klum Fotoshootings für Bademode machte, liegen regelmäßig auch Segelboote vor Anker – einen schöneren Platz findet man im weiten Umfeld kaum.
Während Gäste aus aller Welt die Szenerie auf den British Virgin Islands genießen, wurmt Lili Charles vor allem eines: dass die deutschsprachigen Urlauber so wenig bei ihm einkaufen – ganz im Gegensatz zu den Amerikanern. „Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Deutschen so viel reisen und ferne Ziele für nichts mehr besonders sind“, sinniert der Mann mit den fotogenen Rastalocken. Aber der Tag verspricht doch noch gut für ihn zu werden, denn gleich zwei große Kreuzfahrtschiffe haben gerade die britischen Jungferninseln angesteuert – darunter die noble Queen Mary II. An den Namensaufklebern und den Armbändchen sind die Schiffsgäste leicht auf den Inseln auszumachen – doch selbst diese wohlsituierte und reiseerfahrene Klientel staunt sichtlich über die Naturschönheiten auf den BVI, wie die Inseln üblicherweise abgekürzt werden.
Würde man in Deutschland eine Straßenumfrage machen, was sich hinter dem Kürzel verbirgt, läge die Rate der Ahnungslosen wohl außerordentlich hoch. Ein Massenziel sind die Bi-Wi-Eis, wie sie ausgesprochen werden, noch lange nicht – und sie wollen es auch gar nicht werden. Eine Umfrage unter Bänkern fiele wohl besser aus, denn viele von ihnen wissen durchaus, dass die „British Virgins“ eine der weltweit bekanntesten Finanzadressen sind. Indes: Von der turbulenten Bankenwelt will die Kolonie des Vereinigten Königreiches ein Stückchen unabhängiger werden, indem sie verstärkt auf den Tourismus setzt. „Das ist hier wirklich noch ein jungfräuliches Urlaubsgebiet“, macht Silke Langenkamp von der deutschen Vertretung des BVI Tourist Board ein Wortspiel.
So herrlich, wie die mehr als 60 Inseln des Archipels auch sind – mindestens einmal Umsteigen ist auf dem langen Weg von Deutschland zu den Britischen Jungferninseln angesagt, denn für die großen Überseeflieger ist die Landebahn auf dem Inselflugplatz auf Beef Island einfach zu kurz. Es sei denn, man macht es wie die ausgewiesenen BVI-Fans Tom Cruise, Steven Spielberg, Harrison Ford, Mariah Carrey, Kate Moss, Catherine Zeta-Jones oder Michael Douglas (die Liste ließe sich noch lange fortführen), die – natürlich – im Privatjet in das Insel-Paradies reisen. Etlichen dieser Super-Promis wird man freilich kaum in der überschaubaren Insel-Hauptstadt Road Town begegnen – die meisten ziehen sich vielmehr auf Necker Island zurück. Die Privatinsel des Virgin-Gründers und Milliardärs Sir Richard Branson ist ein Luxusrefugium, bei dem Normalsterbliche außen vor bleiben müssen – bei Mietpreisen ab 35.000 US-Dollar. Pro Tag, wohlgemerkt.
Doch auch für Bezieher von mittleren Einkommen sind die BVI ein attraktives (und bezahlbares) Ziel. Auf der Hauptinsel und den – etwas ruhigeren – Satelliten Virgin Gorda, Peter Island, Anegada oder Jost van Dyck gibt es Unterkünfte für die unterschiedlichsten Budgets. Sogar drei Zeltplätze gehören zum Angebot. Wer ein Freund von Massentourismus und entsprechenden Einrichtungen ist, sollte um die Britischen Jungferninseln aber eher einen Bogen machen – es geht hier durchaus familiär zu: Nur keine Hektik, bitteschön. Nur kein allzu lautes und auffälliges Auftreten. Nur nicht zu viel nackte Haut. Denn, Thank God, we’re British.
Ein paar schräge Adressen gibt es aber sogar auf den gerade mal 23.000 Einwohner zählenden BVI. Die allerschrägste ist wohl Bomba Shack im Westen von Tortola. Legendär, oder besser: berühmt-berüchtigt, sind hier die Vollmondpartys in der Strandbar. Die zahlreichen Slips weiblicher Gäste an der Decke und an den Wänden künden von so manchen Exzessen und Delirien. Kein Wunder, enthält doch der nicht minder berühmt-berüchtigte Bomba Punch auch Pilze mit halluzinierender Wirkung...
Wesentlich gesitteter geht es da auf der anderen Seite der Insel-Gruppe zu. Der Bitter End Yacht Club ist vor allem ein Refugium der Segler und für alle, die Wassersport aller Art lieben. Die meisten Gäste dieses nur per Boot zu erreichenden Hotelanlage staunen indes bei der ersten Ankunft, dass es keine Schlüssel zu den verstreut liegenden, komfortablen Hütten gibt: „Das brauchen wir nicht; Sie müssen sich um Ihre Sachen keine Gedanken machen“, klärt Resortchefin Mary Jo Ryan auf. Tatsächlich stehen die BVI in der weltweiten Kriminalstatistik ganz hinten. Im Hinblick auf das gute Wetter rangiert die Inselgruppe in den Statistiken indessen ganz oben – fast das ganze Jahr über werden tagsüber 30 Grad erreicht.
„Ich bin seit fünf Jahren im Paradies“, lautet denn auch das Fazit von Hotelmanager Martein van Wagenberg. Der Niederländer leitet das Little Dix Bay, eines der feien Häuser auf Virgin Gorda. Trotz des hohen Standards geht es erstaunlich leger zu: Ein Hamburger, ein Hot Dog oder ein Nachtischeis mit vielen, vielen bunten Smarties? Die Küche hält auch das für die – überwiegend aus den USA kommenden – Gäste bereit. Van Wagenbergs Hotel profitiert wie andere auch noch von einer ganz besonderen Art des Tourismus – von Heiratstouren. Aspirant(in)en, die sich trauen wollen, machen es die BVI nämlich recht einfach: Es bedarf keines Aufgebots – man muss nur mindestens auf einer der Insel gewesen sein und die passenden Papiere parat haben, dann steht einer Spontan-Hochzeit nichts im Weg.
Der erste Eindruck, der beim Anflug auf die Britischen Jungferninseln aufkommt, ist das satte Grün, das einen herrlichen Kontrast zum bilderbuchblauen Wasser bildet. Kein Wunder – große Teile der Inseln stehen unter besonderem Schutz und sind als Nationalpark ausgewiesen. Mit etwas Glück kann man hier sogar einem der seltenen Felsleguanen begegnen, die bis zu 1,50 Meter lang und bis zu zehn Kilogramm schwer werden können. Trotz ihres grimmigen Aussehens sind sie aber völlig harmlos.
Garantiert sind hingegen in jedem Fall Begegnungen mit Yachten aller Art und jeglicher Größe. Schließlich gelten die BVI als eines der schönsten und abwechslungsreichsten Segelreviere der Welt. Stets weht eine Brise, zudem ist das Wasser herrlich klar und warm. Die Anreise im eigenen Boot ist nicht unbedingt nötig: In Road Town haben etliche Charterfirmen einen Sitz. Auch Surfer haben den Sir-Francis-Drake-Kanal zwischen den einzelnen Inseln längst für sich entdeckt und praktizieren auf ihren Brettern Inselhüpfen der ganz besonderen Art.
Schließlich warten die BVI auch noch mit dem weltweit einzigen Unterwasser-Nationalpark auf, von dem Taucher schwärmen: Vor der südwestlichen Küste von Salt Island liegen in etwa 20 Metern Tiefe die Überreste des 1867 in einem Hurrikan gestrandeten Postschiffs RMS Rhône, die längst bunten Tropenfischen und weiteren Meeresbewohnern eine Heimat bieten. Ein faszinierendes Revier zum Schnorcheln sind darüber hinaus mehrere Höhlen auf Norman Island. Diese Insel inspirierte Robert Louis Stevenson übrigens zu seinem berühmten Roman „Die Schatzinsel“.
Bei aller Abwechslung: Das beste Argument für einen Besuch der Jungferninseln hat indessen Victorene Creque vom Tourist Board parat: „Hier wohnen die freundlichsten Menschen der Karibik.“ Bei ihrem strahlenden Lächeln nimmt man ihr das sofort ab – und plant umgehend den nächsten Urlaub. Natürlich auf den BVI.
Joachim Sterz

INFOTHEK
Anreise: Von mehreren direkt aus Europa angeflogenen Flugzielen in der Karibik gibt es gute Umsteigeverbindungen zu den British Virgin Islands. Von Deutschland aus fliegen Maschinen von Condor (www.condor.com) mehrmals wöchentlich von Frankfurt in die Karibik.
Dokumente: Zur Einreise benötigen EU-Bürger einen maschinenlesbaren, mindestens noch sechs Monate lang gültigen Reisepass. Bei der Ausreise wird eine Gebühr von 20 US-Dollar fällig.
Unterkünfte: Auf den British Virgin Islands stehen Hotels, Appartements und Villen in allen Preisklassen zur Verfügung. Drei Zeltplätze runden das Angebot ab.
Aktivitäten: Die BVI sind ein bevorzugtes Revier für Segler, Surfer und Taucher. Boote können in Road Town gechartert werden.
Besonderheit: Hochzeiten sind auf dem BVI ohne langen Vorlauf nach einem mindestens dreitägigen Aufenthalt möglich.
Informationen: The British Virgin Island Tourist Board, Schwarzbachstraße 32, D-40822 Mettmann, Telefon 02104/286671, Internet www.britishvirginislands.de , E-Mail bvi@travelmarketing.de

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